Wenige Stunden nachdem der Tod von Nada Cizmar am 20.12.2016  auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz offiziell bestätigt worden war, trat in Prag der tschechische Außenminister  Lubomir Zaoralek vor die Presse und erklärte: „Zum ersten Mal hat eine Tschechin bei einer Terrorattacke in Europa ihr Leben verloren, in einer Terrorattacke so nah an der Heimat. Wir tun alles, was möglich ist, um ihren Mann in Deutschland zu helfen und ihre Familie in dieser schweren Stunde zu unterstützen. Und ich möchte der Öffentlichkeit versichern, dass wir alles in unserer Macht liegende tun werden, um solche Feindseligkeiten auf tschechischem Territorium zu verhindern.“ 

Der tschechische Außenminister hat damit etwas gesagt, was in Deutschland absolut tabu ist. Er sprach nicht nur vom Terror, er gebrauchte das Wort Feindseligkeiten – und das ist in der diplomatischen Sprache die Umschreibung für einen noch nicht offiziell erklärten, aber faktisch schon wütenden Krieges, oder eben eines sogenannten irregulären Krieges. Dass etwas Besonderes vorgefallen war, das die ganze Nation betrifft, bekräftigten vor großen Trauergemeinden in Banie bei Stettin Polens Staatspräsident Anrdrey Duda am Grab von Lukas Urban, im israelischen Herzeliya Bürgermeister Moshe Fadlon am Grab vom Dalia Eliyakim, in Silmona am Grab von Fabrizia di Lorenzo der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella.  Sie ließen die Angehörigen der Toten und die gesamte Nation vor den offenen Gräbern wissen, dass man zusammenstehen müsse, dass man der Bedrohung gemeinsam Stand halten müsse, als Polen, Israelis, Italiener und Tschechen. Sie haben anklagend und trotzig mit dem Finger auf die Täter gezeigt, die mit ihrem Angriffskrieg den republikanischen Konsens aufgekündigt haben. Dieser von islamistischen Terroristen immer wieder gebrochene Konsens steht ein für das friedliche Miteinander aller Staatsbürger oder sonst Aufenthaltsberechtigten, – in Freiheit und Achtung vor dem Leben. 

Einen rebublikanischen Konsens gibt es in Deutschland nicht. Deswegen hat man die deutschen Toten namentlich nicht erwähnt, deshalb war kein hochrangiger Politiker auf einer der sieben Beerdingungen erschienen, – und auch die sonst so unvermeidlichen Betroffenheitslichter wurde nirgends von den Nachbarn der Ermordeten am Tag der Beisetzung in die  Fenster gestellt. In  Neuss-Grefrath zum Beispiel, einem Stadtteil von gerade einmal 3600 Einwohnern wurde im Januar 2017 eine 65jährige namenlose Mitbürgerin, die in Berlin ermordet worden war, in buchstäblich aller Stille verscharrt; es waren nicht einmal ein Dutzend Menschen am Grab. Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung, in der jeder Karnevalsdepp mit Bild und vollem Namen erwähnt wird, beschrieb am 22.1.17 wie man in Deutschland mit den Opfern von Feindseligkeiten umgeht:  „‚Wir haben besprochen, dass wir keine Kerzen vor deren Haustür aufstellen‘, sagt ein Sprecher der Dorfgemeinschaft. Und als trotzdem erste Kamerateams im Ort auftauchten und Fragen stellten, hielt die Nachbarschaft dicht. Froh ist man, dass die Gemeinschaft das Thema rational diskutiert. ‚Das war ein Verbrecher. Punkt‘, sagt der Sprecher. Niemand im Ort betreibe nun pauschale Ausländerschelte und ‚wettert mit dem Mob‘.“

So sind wir, wir Antirassisten: Ein kaltes und brutales Durchhalterkollektiv gegen rechts. Wir halten dicht über die Täter und ihre Motive und opfern ihrem guten Ruf den Ruf unserer angeblich geliebten Mitbürgerin, der wir die Kerzen und den Namen verweigern, die wir aus unserem Gedächtnis auslöschen wollen, damit wir nur ja nicht in ausländerfeinlichem Licht erscheinen.

Neuss-Grefrath ist überall. Als die europäischen Nachbarn und Israel würdige Trauerkundgebungen für ihre Opfer des international wütenden islamistischen Angriffskrieges vorbereiteten, sprach man in Deutschland fast nur von bevorstehenden Übergriffen auf Muslime – durch den deutschen Mob. Doch damit nicht genug: Deutsche Pfarrer luden Vertreter des Djiahd, Prediger, die den islamistischen Mordbrennern von der Moslembruderschaft nahestehen, denen der Tod aller Israelis eine Herzensangelegenheit ist, Feinde der Freiheit also, zum versöhnenden Gedenken ein,  für die auch deutschen Opfer des weltweiten Kriegs gegen die Freiheit. Es sind die Pfarrer der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche gewesen, die sich im Januar vor ihrer Kirche über das Erscheinen von über 100 Kerzen tragende Moslem-Schwestern in strengster Kopftuchtracht auch noch freuten – deren verlogene Botschaft die gleiche war wie die ihres Imams: Das alles hatte nichts mit dem Islam, noch nicht einmal mit dem Islamismus etwas zu tun.  Djihad, so hat man hierzulande gelernt, ist die hilflose Antwort einer verfolgten Minderheit gegen rechts. Gegen  jede furchtbare Mordtat, die im Namen des Islam begangen oder versucht wurde, werden ostsächsische Krakeeler aufgerechnet, denen man viele Hirnverheerungen nachsagen kann und muss, – aber dass der Salafismus vom Mob in Dippoldiswalde oder Pirna erfunden worden sei, das wäre mir neu.

Hätten diese gottverlassenen Pfarrer wirklich eine Geste der Versöhnung vorgehabt, – im Gedenken an 12 Opfer des islamistischen Kriegs gegen die Bürger,  dann wäre es allerdings sehr vernünftig gewesen, in Berlin lebende Menschen aus dem islamisch dominierten Orient einzuladen. Dieses Angebot zur  Versöhnung hätte eine Bitte um Verzeihung sein müssen, gerichtet an Menschen, die man so mitleidlos im Stich gelassen hat. Es sind vor allem die bedrängten Frauen und Mädchen, die sich z.B. in Neukölln oder im Wedding wegen ihres orientalischen Familienhintergrundes von den Anhängern und Anhängerinnen einer bekennenden Kirche täglich dafür rechtfertigen müssen, dass sie k e i n Kopftuch tragen, am Ramadan n i c h t fasten und zu Weihnachten eine Lichterkette ins Wohnzimmerfenster hängen. Und es sind die schwulen Männer, die das Unglück haben, Mohamad zu heißen und im nächtlichen Kreuzberg auf dem Nachhauseweg von der schwulen und orientalischen Gayhane-Party Todesängste auszustehen haben, – vor ganz anderen Mohamads, die ihnen mit Baseballschlägern auflauern. Diese Frauen und Männer ausdrücklich zur versöhnenden Trauerkundgebung einzuladen, wäre ein sinnvolles Zeichen gegen den islamistischen Terror gewesen und ganz am Rande auch eines gegen die AFD. Um dieses Zeichen zu setzen müsste man allerdings sein wahlweise republikanisches oder auch christliches Gewissen einmal nicht von Frau Merkel oder Herrn Müller in Gesinnungshaft nehmen lassen. Denen nämlich geht es um die Versöhnung mit den Unversöhnlichen, was gleichbedeutend ist mit der Unterwerfung unter deren Tugendterror und die Auslieferung der laizistischen Frauen und schwulen Männer an die Moslembrüder- und -schwestern in ihrer Nachbarschaft.

Versöhnung kann nur dort stattfinden, wo man die früher Bedrängten und Ausgeschlossenen um Entschuldigung bittet fürs eigene Tun, von dem man sich reuevoll zugunsten einer freundlicheren und weltoffeneren Haltung verabschiedet.  Gegenüber den laizistischen Menschen aus islamischen Ländern und n i c h t den Moscheevereinen wäre der Beweis zu erbringen, dass man sie endlich ernst nimmt und in ihrem schweren Kampf um die persönliche Freiheit unterstützt, – jener Freiheit die wir anderen ganz selbstverständlich genießen. Deren schlimmster Feind sitzt nicht in Pirna oder Dippoldiswalde, sondern in der Wohnung nebenan u n d stellvertretend im Pfarramt der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Sie werden in die Zange genommen, von einer öffentlichen Meinung, die jeden Einwanderer aus mehrheitlich islamischen Staaten automatisch als Muslim stigmatisiert und damit an eine Nachbarschaft ausliefert, die die Verfolgung von Dissidenten als eine Frage der Deutungshoheit über zunächst scheinbar nur kulturelle Äußerlichkeiten wie Kleidung und Regeleinhaltung betreibt. Keiner fällt diesen schon islamisierten Nachbarn in den Arm, wenn sie 12jährige Schulmädchen ohne Kopftuch als Schlampen und Huren beschimpfen.  Keiner fühlt sich angesprochen, wenn republikanisch gesinnte Mitbürger und vor allem Mitbürgerinnen  entlang der Scheidelinie, die Religion und Rasse scheinbar verbürgen, in eine Gegengesellschaft gezwungen werden, die notwendig die nächsten Anis Amris schon produziert. Diese zahlreichen Mitbürger aus islamisch dominierten Herkunftsländern hätte die Mehrheitsgesellschaft um Versöhnung zu bitten, um mit ihnen zusammen den schweren Kampf gegen die Islamisierung auch in Deutschland zu führen.

Ich wünsche mir, dass von dieser kleinen Kundgebung eine Forderung nach draußen geht und aufgegriffen wird: Wir fordern die Entfernung der verlogenen, die Opfer verhöhnenden Inschrift, die da heißt: „Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen.“ Wir wollen eine Korrektur dieser Inschrift, denn wir wollen, dass jeder Passant sich selber nach den auch persönlichen Konsequenzen befragt, wenn er vor dem Mahnmal zum Gedenken an die 12 Toten und die dutzenden Verletzten kurz innehält; vor einem Mahnmal zum Gedenken an 12 Tote und dutzende Verletzte, die eben nicht von einer Lawine verschüttet worden sind, sondern grausam ermordet oder verstümmelt wurden; die nicht von einem Pegida-Sachsen aus Pirna mit einem LKW zermalmt wurden, sondern von einem Freischärler des internationalen islamistischen Kriegs gegen die Freiheit. Ich schlage deshalb folgende scheinbar nur leicht veränderte Inschrift vor: „zur mahnenden Erinnerung an die Opfer des islamistischen Terroranschlags vom 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller freiheitsliebenden Menschen.“ So viel Antifaschismus muss sein – auch in Deutschland.